Thüringen


Das Züchten gefährlicher Hunde ist verboten. Die Haltung, das Ausbilden und Abrichten bedarf einer Erlaubnis durch die zuständige Behörde ( Gemeinde, Verwaltungsamt, Veterinär – und Lebensmittelüberwachungsamt ), die mit Auflagen und Bedingungen oder bis auf Widerruf erteilt, jederzeit ergänzt oder verändert und zurückgenommen werden kann. Der Halter ist verpflichtet, unverzüglich diese Erlaubnis zu beantragen und der Behörde seine Sachkunde im Umgang mit einem gefährlichen Hund nachzuweisen. Das Landesverwaltungsamt kann bei Gleichwertigkeit Erlaubnisse aus anderen Ländern anerkennen. Versäumt der Halter diese Beantragung oder hält die dafür vorgesehene Frist nicht ein, teilt die Behörde ihm die Tatbestandsfeststellung schriftlich mit und weist auf die erforderlichen Genehmigungen ( Sachkundebestimmungen, Zuverlässigkeitsnachweis, Volljährigkeit, Bussgeldbewehrungen ) hin.

Der Halter ist aufgefordert, unverzüglich mitzuteilen, bei welchem Sachverständigen er seine Sachkundeprüfung ablegen möchte oder an welche Person er den gefährlichen Hund abzugeben beabsichtigt. Treten Bedenken gegen die Zuverlässigkeit ( rechtliche Unbescholtenheit in den vergangenen fünf Jahren, körperliche Konstitution ) des Halters auf, ist die Behörde berechtigt, ein amts – oder fachärztliches Gutachten über die körperliche und geistige Eignung anzuordnen. Gefährliche Hunde sind so zu halten, das keine Gefahr für Menschen oder Tiere entsteht. Der Hund muss artgerecht, aber ausbruchsicher untergebracht sein und alle Zugänge zu dem eingefriedeten Besitz oder Wohnung müssen mit deutlich lesbaren Warnschildern gekennzeichnet sein. In der Öffentlichkeit gilt Leinenzwang und Hunde, die sich als bissig gezeigt haben, müssen einen das Beissen verhindernden Maulkorb tragen. Ausnahmen können von Amts wegen erteilt werden, wenn eine Gefahr für die öffentliche Sicherheit nicht zu befürchten ist. Diese Ausnahmegenehmigung kann zeitlich begrenzt, jederzeit geändert oder zurückgenommen werden. Die Behörde ist berechtigt, das Halten gefährlicher Hunde generell oder unter bestimmten Umständen zu untersagen, um Gefahr für die Gesundheit und das Leben von Menschen und Tieren zu verhindern.

Als gefährliche Hunde gelten:

  • Hunde, die auf gesteigerte Angriffslust oder Kampfbereitschaft gezüchtet, ausgebildet oder abgerichtet wurden,
  • Hunde, die mehrmals Menschen in bedrohlicher Weise angesprungen haben,
  • Hunde, die sich als bissig erwiesen haben,
  • Hunde, die wiederholt unkontrolliert Wild, Vieh oder andere Tiere gehetzt oder gerissen haben

Schleswig Holstein


Hunde dürfen nicht durch Zuchtauswahl, Aufzucht, Haltung oder Ausbildung zu gefährlichen Hunden ausgebildet werden. Ausnahmen sind durch die zuständige Behörde bei Antragstellung des Halters zu überprüfen. Eine Erlaubnis zum Halten und Ausbilden gefährlicher Hunde kann von der örtlichen Ordnungsbehörde erteilt werden, wenn der Antragsteller nachweist, das die Ausbildung Schutzzwecken ( Besitz oder Personenschutz ) dient. Er muss das 18. Lebensjahr vollendet haben, seine Sachkunde im Umgang mit gefährlichen Hunden beim Verband für das Deutsche Hundewesen e.V. ( VDH ) oder einer anderen, auf Hundeausbildung spezialisierten Einrichtung prüfen lassen und seine körperliche und geistige Zuverlässigkeit ( Führungszeugnis, rechtliche Unbescholtenheit in den vergangenen fünf Jahren ) nachweisen. Bei Bedenken seitens der Behörde ist diese berechtigt, durch ein amts – oder fachärztliches Gutachten die Zuverlässigkeit des Antragstellers zu prüfen.

Ist der Hund nach Prüfung durch einen Tierarzt als gefährlich eingestuft, kann eine Tätowierung mit dem Grossbuchstaben „G“ im linken Ohr oder im linken Hinterbein angeordnet werden. Gefährliche Hunde sind artgerecht, aber ausbruchsicher zum Schutz von Menschen und Tieren unterzubringen. Alle Zugänge zum Besitz oder Grundstück des Halters sind durch deutlich sichtbare Warnschilder mit der Aufschrift „Vorsicht, bissiger Hund“ oder „Vorsicht, gefährlicher Hund“ zu kennzeichnen. Nur Personen, die körperlich und geistig in der Lage sind, jederzeit die Kontrolle über den Hund zu gewährleisten, dürfen einen gefährlichen Hund in der Öffentlichkeit führen, müssen ihn jedoch an einer maximal 2 Meter langen Leine mit festem Halsband ( muss den Namen und die Adresse des Halters tragen ) oder Kette führen und dem Hund einen Maulkorb anlegen. Die Leinenpflicht gilt nicht auf öffentlichen Hundeauslaufgebieten, wenn der Hund einen das Beissen verhindernden Maulkorb trägt. Die Erlaubnis zur Haltung eines gefährlichen Hundes kann mit Auflagen und auf Widerruf erteilt, jederzeit ergänzt oder nachträglich geändert werden. Bei Nichterfüllung der Auflagen oder Verstössen gegen die Gefahrhundeverordnung zum Nachteil von Leben und Gesundheit von Menschen oder Tieren ist die Behörde berechtigt, eine Erlaubnis zu untersagen, zurück zu nehmen oder die Sicherstellung und Tötung des Hundes anzuordnen.

Als gefährliche Hunde gelten:

  • American Pit Bull Terrier
  • American Staffordshire Terrier
  • Staffordshire Bullterrier
  • Bullmastiff
  • Bullterrier
  • Dogo Argentino
  • Fila Brasileiro
  • Kaukasischer Ovtscharka
  • Mastiff
  • Mastino Español
  • Mastino Napoletano

Kreuzungen dieser Rassen untereinander oder mit anderen Hunden.

Hunde, die durch rassespezifische Merkmale, Zucht, Haltung, Ausbildung oder Abrichten eine gesteigerte Kampfbereitschaft oder eine andere den Menschen oder Tiere gefährdende Eigenschaft (Beisskraft, fehlende Bisslösung ) besitzen,
Hunde, die Menschen in der Öffentlichkeit wiederholt in bedrohender Weise angesprungen haben,
Hunde, die einen Menschen oder ein Tier ohne vorherige Provokation gebissen haben,
Hunde, die unkontrolliert Wild, Vieh oder andere Tiere hetzen oder reissen

Sachsen–Anhalt


Die Haltung eines als widerlegbar gefährlichen Hundes ( s. Anlage 1 ) ist unverzüglich der zuständigen Behörde mitzuteilen. Eine Bescheinigung darüber ist in der Öffentlichkeit stets mit zu führen und auf Verlangen vorzuzeigen. Spätestens drei Monate nach der Geburt des Hundes ist eine Hundehaftpflichtversicherung abzuschliessen, nach sechs Monaten muss der Hund durch einen Transponder gekennzeichnet sein, sterilisiert werden und einen Wesenstest ( Bescheinigung stets mitführen ) durch eine amtlich anerkannte Person oder Einrichtung erfolgreich absolviert haben. Der Halter ist verpflichtet, der Behörde das Alter und Geschlecht des Tieres, die Kennnummer des Transponders, seine Rasse oder die Kreuzung sowie die Bescheinigung der Versicherung mit Angabe seines Namens und der Adresse des Halters zu übermitteln.

Die Zucht und der Handel mit gefährlichen Hunden ist verboten. Das Führen gefährlicher Hunde mit anderen Hunden ist verboten. Die Mitnahme gefährlicher Hunde zu öffentlichen Veranstaltungen, Kinderspielplätzen, Badeanstalten, Gaststätten, Einkaufszentren oder Haupteinkaufsbereichen ist verboten. In der Öffentlichkeit muss der Hund an einer maximal 2 Meter langen Leine geführt werden und einen Maulkorb tragen. Gefährliche Hunde müssen ausbruchsicher untergebracht sein. Der Halter ist verpflichtet, seine Befähigung zum Halten eines gefährlichen Hundes durch einen Sachkundenachweis und seine körperlich und geistige Zuverlässigkeit zu belegen. Bei Verlust, Tod oder Aufgabe der Hundehaltung ist die Behörde unverzüglich unter Angabe der Personendaten des neuen Halters zu informieren. Die Erlaubnis zum Halten eines gefährlichen Hundes kann mit Auflagen oder unter Vorbehalt erteilt, nachträglich ergänzt, verändert oder zurückgenommen werden. Die Behörde ist berechtigt, gemachte Auflagen und die sichere Unterbringung des Hundes vor Ort zu kontrollieren, der Halter muss die Überprüfung gestatten.

Als gefährliche Hunde gelten:

  • American Pit Bull Terrier
  • American Staffordshire Terrier
  • Staffordshire Bullterrier
  • Bullterrier

Kreuzungen untereinander oder mit anderen Hunden

Sachsen


In Sachsen ist das Handeln und die Zucht mit gefährlichen Hunden verboten. Es ist auch verboten, durch Zuchtauslese Hunde mit gesteigerter Aggressivität zu züchten bzw. auszubilden. Das Halten gefährlicher Hunde bedarf einer Genehmigung durch die Kreispolizeibehörde, die zum Schutz der körperlichen Unversehrtheit von Menschen und Tieren eine Erlaubnis untersagen oder mit Auflagen versehen kann. Sie kann von dem Halter des Hundes einen Sachkundenachweis ( Kenntnisse über Verhaltensweisen des Hundes ) verlangen oder die Sterilisation des Hundes anordnen. Der Antragsteller muss das 18. Lebensjahr vollendet haben, die erforderliche Sachkunde und Zuverlässigkeit ( rechtliche Unbescholtenheit in den vergangenen fünf Jahren ) nachweisen, den Hund artgerecht und ausbruchsicher unterbringen sowie eine Hundehaftpflichtversicherung abschliessen. Der Halter ist verpflichtet, alle Zugänge zu seinem Besitz oder Wohnung mit deutlich lesbaren Warnschildern kenntlich zu machen.

Die Behörde ist berechtigt, die bei Erteilung der Erlaubnis gemachten Auflagen sowie die sichere Unterbringung des gefährlichen Hundes vor Ort zu überprüfen. Der Halter des Hundes muss der Behörde den Zugang zu den Räumlichkeiten und Freianlagen gestatten. In der Öffentlichkeit müssen gefährliche Hunde an einer geeigneten Leine geführt werden und einen Maulkorb tragen. Es dürfen nicht mehrere gefährliche Hunde gleichzeitig von einer Person geführt werden. Bei Weitergabe oder Verlust des Hundes ist der Halter verpflichtet, die Behörde unverzüglich schriftlich zu informieren und den Namen und die Adresse des neuen Halters zu melden.

Gefährliche Hunde im Sinne der Verordnung sind:

  • Hunde, bei denen durch Zuchtauswahl eine besondere Angriffslust, ein Beissverhalten ohne Hemmung sowie eine herabgesetzte Empfindlichkeit gegen gegnerische Angriffe gefördert wurde, und denen wegen ihrer Beisskraft eine abstrakte Gefährlichkeit unterstellt wird.
  • Hunde, die ohne vorangegangene Provokation Menschen oder Tiere geschädigt haben,
  • Hunde, die sich Menschen und Tieren gegenüber aggressiv gezeigt haben,
  • Hunde, die Wild oder andere Tiere hetzen oder reissen.

Saarland


Das Abrichten von gefährlichen Hunden auf Angriffslust oder Kampfbereitschaft, die nicht gewerbsmässige Zucht, das Ausbilden und Halten sind verboten. Der Halter eines gefährlichen Hundes ist verpflichtet, unverzüglich eine Erlaubnis zu beantragen und eine erforderliche Sachkundebescheinigung zu erwerben. Die Sachkunde wird durch die Teilnahme an einem von der zuständigen Behörde anerkannten Lehrgangs erworben. Dort werden Kenntnisse über das Wesen und die Verhaltensweisen des Hundes als auch das richtige Handeln von Menschen gegenüber Hunden sowie die wichtigsten Rechtsfragen für die Zucht, dem Abrichten oder Ausbilden und dem Halten von gefährlichen Hunden nachgewiesen. Der Lehrgang ist für den Halter kostenpflichtig und gilt nur für den an der Prüfung beteiligten Hund.

Für die Ausbildung und das Halten der in Anlage 1 genannten Hunde ist eine besondere Erlaubnis erforderlich. Zusätzlich zu den Voraussetzungen, die für die Haltung gefährlicher Hunde zu erfüllen sind, ist die Teilnahme an einem besonderen Sachkundelehrgang nötig, der in seiner Dauer und Qualität den Anforderungen an den Halter eines Hundes der Anlage 1 angepasst ist. Eine Erlaubnis zum Halten gefährlicher Hunde erhält von der Behörde nur eine Person, die das 18. Lebensjahr vollendet hat und eine entsprechende körperliche und geistige Zuverlässigkeit ( Auszug aus dem Bundesregister, Führungszeugnis ) nachweist. Der Halter muss eine Hundehaftpflichtversicherung mit ausreichender Deckung für Personen – und Sachschaden abschliessen und einmal jährlich einen Nachweis über deren Fortbestand bei der Behörde vorlegen. Die Unterbringung des Hundes muss zum Schutz der körperlichen Unversehrtheit von Menschen und Tieren ausbruchsicher sein. Die Erlaubnis zum Halten eines gefährlichen Hundes kann befristet oder auf Widerruf erteilt, mit Auflagen und Bedingungen versehen, nachträglich ergänzt, geändert oder wieder zurückgenommen werden. Ist die erforderliche Erlaubnis nicht beantragt oder nicht erteilt worden, so ist die Haltung des Hundes zu untersagen. Gefährliche Hunde sind in der Öffentlichkeit an einer kurzen, festen Leine zu führen und müssen ein Halsband mit den Personendaten und der Telefonnummer des Halters tragen. Der Tierarzt kennzeichnet den Hund dauerhaft mit einem Mikrochip und stellt darüber eine Bescheinigung für die Behörde aus. Der Halter ist verpflichtet, jeden Zugang zu seinem Besitz oder Wohnung mit gut lesbaren Warnschildern in der Grösse 15 x 21cm mit der Aufschrift „Vorsicht – gefährlicher Hund“ zu kennzeichnen und seinem Hund ausserhalb seines Besitzes einen Maulkorb anzulegen ( Ausnahme auf Antrag möglich ). Es dürfen nicht mehrere gefährliche Hunde gleichzeitig von einer Person geführt werden. Bei Verlust oder Weitergabe eines gefährlichen Hundes an eine fremde Person ist die Behörde unverzüglich mit Angaben zur Person davon in Kenntnis zu setzen.

Als gefährlich im Sinne der Verordnung gelten:

  • American Pit Bull Terrier
  • American Staffordshire Terrier
  • Staffordshire Bullterrier

Kreuzungen untereinander oder mit anderen Rassen,
Hunde, die auf Angriffslust oder Schärfe gezüchtet oder ausgebildet wurden und Menschen oder Tiere in aggressiver und bedrohender Weise angesprungen haben.

Rheinland–Pfalz


Die Zucht, der Handel und die Vermehrung von gefährlichen Hunden sind verboten, das Halten von gefährlichen Hunden ist durch die örtliche Ordnungsbehörde genehmigungspflichtig. Die Erlaubnis zum Halten gefährlicher Hunde kann jederzeit widerrufen werden, wenn die Voraussetzungen zur Erteilung entfallen, bzw. die Behörde ist berechtigt, bei ständigen Verstössen gegen die Verordnung Zwangsmittel anzuwenden. Erteilt wird die Erlaubnis nur Personen, die das 18. Lebensjahr vollendet haben, ihre Zuverlässigkeit ( Führungszeugnis kann verlangt werden, rechtliche Unbescholtenheit in den vergangenen fünf Jahren ) nachweisen und die erforderliche Sachkunde durch eine Prüfung vor einem von der Landestierärztekammer benannten Sachverständigen erfolgreich abgelegt haben.

Die Bescheinigung der Sachkunde gilt nur in Verbindung mit dem an der Prüfung beteiligten Hund für die Dauer von maximal fünf Jahren. Der Antragsteller muss ein besonderes Interesse ( Besitz oder Personenschutz ) an der Haltung eines gefährlichen Hundes belegen. Gefährliche Hunde müssen dauerhaft und unverwechselbar mit einem elektronisch lesbaren Chip von einem Tierarzt gekennzeichnet sein. Eine Bescheinigung des Tierarztes mit allen Daten, die auf dem Chip gespeichert sind, ist der örtlichen Behörde nachzuweisen. Wird der Hund von seinem Halter länger als 4 Wochen einer anderen Person ( Volljährigkeit und Zuverlässigkeit sind Voraussetzung ) überlassen, ist der Halter verpflichtet, der Behörde der Betreuungsperson des Hundes unter Angabe der Personendaten davon Mitteilung zu machen. Kommt die Behörde zu der Auffassung, es könnte eine Gefahr für die öffentliche Sicherheit entstehen, kann sie die Überlassung des Hundes untersagen. Bei Verlust des Hundes ist unverzüglich die zuständige Behörde zu informieren. Halter gefährlicher Hunde sind verpflichtet, ihr Tier ausbruchsicher unterzubringen, so das keine Gefahr für Menschen, Tiere oder Sachen entsteht. In der Öffentlichkeit ( z. B. Treppenhaus, öffentliche Verkehrsmittel, Strassen ) ist der Hund an einer Leine zu führen und muss einen Maulkorb tragen, kann bei Nachweis der öffentlichen Sicherheit jedoch mit einer Ausnahmebescheinigung von der Maulkorbpflicht befreit werden. Es dürfen nicht mehrere gefährliche Hunde gleichzeitig von einer Person geführt werden.

Als gefährliche Hunde gelten:

  • Pit Bull Terrier
  • American Staffordshire Terrier
  • Staffordshire Bullterrier

Hunde, die von einer dieser Rassen abstammen, die sich als bissig erwiesen haben, die Wild oder Vieh hetzen oder gerissen haben, die Menschen in gefahrdrohender Weise angesprungen oder eine gesteigerte Kampfbereitschaft und Angriffslust entwickelt haben.

Nordrhein–Westfalen


Wer in Nordrhein – Westfalen einen gefährlichen Hund halten, züchten, ausbilden oder abrichten möchte, muss bei der örtlichen Ordnungsbehörde eine Erlaubnis beantragen und den Besitz des Hundes unverzüglich anzeigen. Diese Verordnung betrifft alle Hunde, die ausgewachsen eine Widerristhöhe von mindestens 40 cm erreichen oder mindestens 20 kg wiegen und alle als gefährlich eingestuften Hunde unabhängig von ihrer Grösse und dem Gewicht ( s. Anlage 1 und 2 ). Die Zucht gefährlicher Hunde ist verboten. Die Erlaubnis zum Halten, Abrichten und Ausbilden wird nur an Personen erteilt, die ihr 18. Lebensjahr vollendet haben, ihre Sachkunde und Zuverlässigkeit ( Führungszeugnis aus dem Bundeszentralregister ) nachweisen sowie eine Hundehaftpflichtversicherung abgeschlossen haben.

Als sachkundig gelten Personen, die einen Jagdschein besitzen oder eine Jägerprüfung erfolgreich abgelegt haben, die seit mehr als drei Jahren einen gefährlichen Hund halten, ohne behördlich oder tierschutzrechtlich auffällig geworden zu sein und dies der Behörde schriftlich versichern. Die Bescheinigung der nötigen Sachkunde wird durch eine Tierärztekammer in Nordrhein – Westfalen ausgestellt. Der Antragsteller muss ein besonderes Interesse ( Personen oder Besitzschutz ) an der Haltung eines gefährlichen Hundes belegen und ihn dauerhaft auf seine Kosten mit einem implantierten Mikrochip kennzeichnen. Eine genaue Beschreibung ( Rasse, Gewicht, Grösse, Alter, Fellfarbe, Chipnummer ) ist der Behörde mitzuteilen. Halter gefährlicher Hunde sind verpflichtet, ihr Tier ausbruchsicher unterzubringen, so das kein Schaden für Menschen, Tiere oder Sachen entsteht. In der Öffentlichkeit ( Treppenhäuser, Strassen und Plätze, öffentliche Verkehrsmittel, Grünanlagen ) sind gefährliche Hunde an einer sicheren Leine zu führen und müssen einen Maulkorb tragen, ausser der Halter kann nachweisen, das keine Gefahr für die öffentliche Sicherheit besteht. Die Erlaubnis kann befristet, unter Vorbehalt des Widerrufs, mit Auflagen und Bedingungen versehen erteilt, ergänzt, nachträglich verändert oder zurückgenommen werden. Die Behörde ist berechtigt, die Erlaubnis zu verweigern bzw. die Haltung zu untersagen, wenn z. B. eine behördlich gesetzte Frist nicht eingehalten wurde, eine der Voraussetzungen nicht erfüllt oder Anordnungen zur Gefahrenabwehr ( Sterilisation, Verhaltenstherapie, Sicherstellung oder Einschläferung des Hundes ) nicht befolgt wurden.

Als gefährliche Hunde im Sinne der Verordnung gelten:
Hund, die auf Angriffslust und Kampfbereitschaft gezüchtet oder eine Ausbildung zum Nachteil von Menschen, als Schutzhund oder eine Abrichtung auf Zivilschärfe erhalten haben, Hunde, die in gefahrdrohender Weise Menschen angesprungen haben oder unkontrolliert andere Tiere oder Wild hetzen oder reissen oder durch ein Tierarztgutachten als bissig erklärt wurden.

Anlage 1
American Staffordshire Terrier, Pit Bull Terrier, Staffordshire Bullterrier, Bullterrier, Mastino Napolitano, Mastino Espanol, Bordeaux Dogge, Dogo Argentino, Fila Brasiteiro, Römischer Kampfhund, Chinesischer Kampfhund, Bandog, Tosa Inu

Anlage 2
Akbas, Berger de Briö (Briard), Berger de Beauce (Beauceron), Bullmastiff, Carpatin, Dobermann, Estrela-Berghund, Kangal, Kaukasischer Owtscharka, Mittelasiatischer Owtscharka, Südrussischer Owtscharka, Karakatschan, Karshund, Komondor, Kraski Ovcar, Kuvasz, Liptak (Goraienhund), Maremmaner Hirtenhund, Mastiff, Mastin de los Pirineos, Mioritic, Polski Owczarek Podhalanski, Pyrenäenberghund, Raffeiro do Alentejo, Rottweiter, Slovensky Cuvac, Sarplaninac, Tibetanischer Mastiff, Tornjak

Niedersachsen


Gefährliche Hunde dürfen nur mit einer behördlichen Erlaubnis gehalten werden. Bis zur Erteilung der Erlaubnis gilt der Antrag als vorläufige Erlaubnis und ist,wie die Erlaubnis selbst, stets in der Öffentlichkeit mit zu führen und auf behördliches Verlangen vorzulegen. Ortsfremde Halter gefährlicher Hunde, die sich nicht länger als zwei Monate ununterbrochen in Niedersachsen aufhalten oder keinen Hauptwohnsitz dort halten, benötigen keine Erlaubnis. Gefährliche Hunde müssen an einer Leine geführt werden, einen Maulkorb tragen und ausbruchsicher untergebracht sein. Eine Erlaubnis zum Halten und Führen eines gefährlichen Hundes wird nur Personen erteilt, die das 18. Lebensjahr vollendet haben, die erforderliche Zuverlässigkeit ( Führungszeugnis ), Sachkunde ( Kenntnisse und Fähigkeiten im Umgang mit gefährlichen Hunden ) und persönliche Eignung ( z. B. körperliche Konstitution ) besitzen.

Die Fähigkeit des Hundes zu sozialverträglichem Verhalten muss durch einen Wesenstest ( Prüfung durch eine vom Fachministerium zugelassene Stelle oder Person ) belegt werden. Eine dauerhaft Kennzeichnung zur eindeutigen Identifikation des Hundes ist wie der Abschluss einer Hundehaftpflichtversicherung ( 500.000 € Personenschaden, 250.000 € Sachschaden ) zwingend vorgeschrieben und mit den anderen Nachweisunterlagen binnen drei Monaten der Behörde zur Prüfung der Erlaubnisvoraussetzungen vorzulegen. Diese Frist ist einmalig um weitere drei Monate verlängerbar, danach ist die Erlaubnis zu versagen. Bei Erteilung der Genehmigung kann sie befristet, unter Auflagen und an Bedingungen gebunden, jederzeit ergänzt, verändert oder zurückgenommen werden. Der Halter ist verpflichtet, Anzeigen, den Verlust, den Tod oder die Abgabe des Hundes an eine andere Person mit Angabe der Personendaten unverzüglich schriftlich bei der Behörde anzuzeigen, bzw. seiner Auskunftspflicht nachzukommen. Die Behörde ist berechtigt, Grundstücke ( ohne Wohngebäude ) jederzeit und Betriebsstätten innerhalb der Betriebszeiten zur Wahrnehmung ihrer Aufgaben zu betreten.

Als gefährlich laut Hundeverbringungs – und Einfuhrbeschränkungsgesetz gelten:

  • Pit Bull Terrier
  • Bullterrier
  • Staffordshire Bullterrier
  • American Staffordshire Terrier

Kreuzungen dieser Rassen untereinander oder mit anderen Hunden, Hunde mit verstärkter Aggressivität und Kampfbereitschaft, Hunde, die Menschen oder Tiere angefallen oder gebissen haben

Mecklenburg – Vorpommern


Das nicht gewerbsmässige Züchten, Halten und Führen von gefährlichen Hunden bedarf eines unverzüglich gestellten Antrags für eine Erlaubnis bei der örtlichen Ordnungsbehörde. Diese Erlaubnis kann befristet, unter Vorbehalt und auf Widerruf erteilt, sowie mit Auflagen und Bedingungen versehen, jederzeit ergänzt, verändert oder zurückgenommen werden. Die Untersagung des Züchtens, Halten und Führens eines gefährlichen Hundes durch die Behörde ist möglich, wenn der Antrag nicht fristgerecht gestellt wurde, Gefahr für Menschen oder Tiere abzuwenden ist oder die Person nicht die Voraussetzungen zur Erteilung einer Halteerlaubnis erfüllt hat. In diesem Fall ist die Behörde berechtigt anzuordnen, den Hund binnen einer angemessenen Frist an eine zum Halten eines gefährlichen Hundes berechtigte Person weiterzugeben oder das Tier tierschutzgerecht töten zu lassen.

Verstreicht die gesetzte Frist ungenutzt, kann der Hund sichergestellt oder zur Verwertung freigegeben werden. Abzüglich der entstandenen Verwaltungskosten erhält der Halter des Hundes den Erlös aus der Verwertung. Der Antragsteller muss das 18. Lebensjahr vollendet haben und die erforderliche Sachkunde mittels einer Prüfung vor der Kreisordnungsbehörde nachweisen. In dieser Prüfung sind ausreichende Kenntnisse über das Wesen und die Verhaltensweisen von Hunden, das richtige Verhalten von Mensch zu Hund als auch die wichtigsten Rechtsvorschriften im Umgang mit ihnen nachzuweisen. Diese Prüfungsbestandteile gelten für das Halten und Führen eines gefährlichen Hundes, nicht gewerbsmässige Züchter sind verpflichtet, ausserdem gefestigte, auf die jeweilige Zucht bezogene kynologische ( Rasse, Dressur, Zucht, Krankheiten ) Kenntnisse zu belegen, die in der Sachkundebescheinigung vermerkt werden. Des weiteren muss die körperliche und geistige Zuverlässigkeit des Antragstellers sowie seine rechtliche Unbescholtenheit in den vergangenen fünf Jahren nachgewiesen sein. Bei Bedenken gegen die körperliche Eignung ist die Behörde berechtigt, ein amts – oder fachärztliches Gutachten anzuordnen. Der Halter eines gefährlichen Hundes ist zum Abschluss einer Hundehaftpflichtversicherung mit ausreichender Deckung verpflichtet und muss seinen Hund mit einer tätowierten Zuchtregistrier – Nummer oder einem implantierten Mikrochip dauerhaft kennzeichnen. Ist behördlich die Gefährlichkeit eines Hundes festgestellt oder nicht mit Sicherheit widerlegt worden, kann die Behörde die Kennzeichnung des Hundes mit einem Grossbuchstaben „G“ im linken Ohr oder am linken Hinterbein anordnen. Der Inhaber einer Erlaubnis ist alle fünf Jahre erneut auf seine Zuverlässigkeit zu überprüfen, auch die Bescheinigung über das Nichtvorliegen gefahrdrohender Eigenschaften des Hundes erlischt nach spätestens fünf Jahren.

Bis zur Erteilung der Erlaubnis gilt der Antragsnachweis als vorläufige Erlaubnis. In der Öffentlichkeit muss der Halter stets seine Erlaubnis mitführen und auf Verlangen vorlegen. Das Gleiche gilt für vom Halter mit der Aufsicht des Hundes beauftragte fremde Personen. Es dürfen grundsätzlich nicht mehrere gefährliche Hunde gleichzeitig geführt werden. Bei Verlust des Hundes oder Weitergabe an einen anderen privaten Halter ist unverzüglich unter Angabe der Personendaten oder des Verlustdatums die zuständige Behörde zu informieren. Ortsfremde Halter eines gefährlichen Hundes sind von der Genehmigungspflicht ausgenommen, müssen aber bei einem Aufenthalt von mehr als drei Tagen die Ordnungsbehörde über das Mitführen ihres Hundes und die Dauer ihres Aufenthaltes informieren. Der Halter eines gefährlichen Hundes ist verpflichtet, sein Tier artgerecht, aber ausbruchsicher unterzubringen und alle Zugänge seines Besitzes mit deutlich sichtbaren Warnschilder mit der Aufschrift „Vorsicht, gefährlicher Hund“ oder „Vorsicht, bissiger Hund“ zu kennzeichnen. Ausserhalb seines Besitzes ( z. B. Hausflur im Mietshaus, Zuwege, öffentliche Verkehrsmittel ) muss der Hund an einer die ständige Kontrolle über den Hund gewährleistende, maximal 2 Meter langen Leine geführt werden und einen Maulkorb tragen. Kinderspielplätze, Badestellen und für Menschen ausgewiesene Liegeplätze dürfen nicht mit gefährlichen Hunden betreten werden.

Als gefährliche Hunde gemäss der Hundeverordnung gelten:

  • American Pitbull Terrier
  • American Staffordshire Terrier
  • Staffordshire Bullterrier
  • Bull Terrier
  • Bullmastiff
  • Dogo Argentino
  • Dogue de Bordeaux
  • Fila Brasileiro
  • Mastiff
  • Mastino Espaniol
  • Mastino Napoletano
  • Tosa Inu

Kreuzungen dieser Rassen untereinander oder mit anderen Hunden sowie Hunde, die durch Zucht, Ausbildung oder Abrichten über eine gesteigerte Angriffslust und Aggressivität zum Schaden von Menschen und Tieren verfügen, bissige Hunde, die mehrfach Menschen in gefahrdrohender Weise angesprungen oder angegriffen haben, ohne vorher provoziert worden zu sein.

Hessen


Die Haltung gefährlicher Hunde in Hessen unterliegt der behördlichen Genehmigungspflicht durch den Bürgermeister. Der antragstellende Halter des Hundes muss das 18. Lebensjahr vollendet haben und ein besonderes Interesse ( Bewachung von Haus oder Personen ) sowie seine Zuverlässigkeit ( Führungszeugnis ) und Sachkunde nachweisen. Ein Sachverständiger prüft die Gefährlichkeit und Angriffslust des Tieres ( Wesenstest ) ab dem Alter von 15 Monaten, wenn das Tier nicht vorher verhaltensauffällig wurde. Bis zu diesem Alter kann eine befristete Erlaubnis erteilt werden. Der Hund muss artgerecht, aber ausbruchsicher gehalten werden, mit einem elektronischen Chip unverwechselbar gekennzeichnet sein und sterilisiert oder kastriert werden.Alle Zugänge des Besitzes müssen mit Warnschildern in Signalfarbe und der Aufschrift „Vorsicht Hund“ gekennzeichnet sein.

Ab einem Alter von 9 Monaten gilt für das Führen eines gefährlichen Hundes in der Öffentlichkeit eine das Beissen verhindernde Maulkorbpflicht sowie Leinenzwang. Die maximal 2 Meter lange Leine, das Halsband und die Halskette müssen das sichere Festhalten des Hundes ermöglichen . Es darf jeweils nur ein gefährlicher Hund an der Leine geführt werden. Die auf zwei Jahre befristete behördliche Erlaubnis ist stets mit zu führen und Personen, die nicht Halter sind, dürfen diese Hunde nur mit einer Bescheinigung ihrer Sachkunde ( Sachkundebescheinigung wird durch einen Sachverständigen erteilt, gilt nur in Verbindung mit dem im Antrag bezeichneten Hund ) betreuen. Sachkundebescheinigungen aus anderen Ländern können bei Erfüllung der Voraussetzungen der hessischen Hundeverordnung anerkannt werden. Eine in Hessen bestandene Jagdprüfung oder die Anerkennung als behördlicher Diensthundeführer gelten als Sachkundebescheinigung. Für die Erlaubnis ist der Abschluss einer Hundehaftpflicht vorgeschrieben und die fällige Hundesteuer muss entrichtet sein. Der Halter ist verpflichtet, alle zur Erteilung einer Halteerlaubnis erforderlichen Nachweise und Prüfungen zu zulassen, er hat eine Meldepflicht an die zuständige Behörde bezüglich Zucht, Kreuzung, Handel, Erwerb, Tod, Abgabe und Aufgabe der Haltung mit Namens – und Adressnennung des neuen Halters. Grundsätzlich ist der Handel, die Ausbildung zu gesteigerter Angriffslust gegenüber Menschen oder Tieren, der Erwerb und die Abgabe gefährlicher Hunde verboten, gemeinnützige Tierheime und Personen mit einer behördlichen Genehmigung dürfen diese Tiere annehmen oder an befugte Menschen abgeben. Werden die Regeln der Hundeverordnung vom Halter eines gefährlichen Hundes nicht eingehalten, ist die Behörde berechtigt, den Hund sicher zu stellen oder in Verwahrung zu nehmen. Gilt die Annahme, das von dem Hund Gefahr für die Gesundheit und das Leben von Menschen und Tieren ausgeht, ist die behördliche Anordnung der Tötung des Tieres rechtlich erlaubt. Hat der Hund einen Menschen schwer verletzt oder getötet, ist die Anordnung der Tötung zwingend.

Als unwiderlegbar gefährliche Hunde ( Kampfhunde ) gelten:

  • American Stafford Terrier
  • Staffordshire Bullterrier
  • American Pitbull Terrier
  • Pit Bull Terrier
  • American Staffordshire Terrier

Kreuzungen untereinander und mit anderen Rassen

Bis zum Nachweis ( Wesenstest ) als gefährlich gelten:

  • American Bulldog,
  • Bullmastiff,
  • Bullterrier,
  • Bordeaux Dogge
  • Dogo Argentino,
  • Fila Brasileiro,
  • Kangal (Karabash),
  • Kaukasischer Owtscharka,
  • Mastiff,
  • Mastin Espanol,
  • Mastino Napoletano
  • Tosa Inu.

Kreuzungen untereinander und mit anderen Rassen

Hamburg


Das Halten eines gefährlichen Hundes erfordert eine behördliche Genehmigung. Die Erlaubnis wird nur bei Nachweis von berechtigtem Interesse des Halters ( z.B. Schutz des Besitzes oder der Person ), dem Nachweis der Sachkunde und Zuverlässigkeit im Umgang mit einem gefährlichen Hund und einem tierärztlichen oder Sachverständigen – Gutachten ( Nachweis, das der Hund keine gesteigerte Aggressivität und Gefährlichkeit für Mensch oder Tier zeigt ) über die Erziehung des Tieres sowie dem Besuch einer Hundeschule erteilt. Des weiteren muss der Halter seinen Hund fälschungssicher kennzeichnen, ihn sterilisieren oder kastrieren und eine Hundehaftpflichtversicherung für ihn abschliessen. Bei Tod oder Weitergabe des gefährlichen Hundes ist der Halter verpflichtet, die Behörden schriftlich über den Todestag bzw. Abgabetag und die Personalien des neuen Halters zu informieren.

Gefährliche Hunde dürfen nicht gezüchtet oder mit dem Ziel der gesteigerten Angriffslust ausgebildet werden. Auch der gewerbsmässige Handel mit gefährlichen Hunden ist verboten. Der Halter muss seinen Hund ausbruchsicher unterbringen und auf seinem Besitz an jedem Zugang gut sichtbare Warnschilder mit der Aufschrift „Vorsicht, gefährlicher Hund“ installieren. In der Öffentlichkeit ist der Hund an eine längstens 2 Meter lange Leine zu legen und mit einem Maulkorb am Beissen zu hindern. Die volljährige Aufsichtsperson darf maximal einen gefährlichen Hund an der Leine führen, die Halteerlaubnis ist in der Öffentlichkeit stets mit zu führen und auf Verlangen vorzuweisen. Bei Untersagung der Haltung ist die Behörde berechtigt, den Hund einzuziehen oder die Tötung anzuordnen, wenn von dem Tier Gefahr für das Leben und die Gesundheit von Menschen oder Tieren ausgeht.

Als grundsätzlich gefährliche Hunde gelten:

  • Pit Bull
  • American Staffordshire Terrier
  • Staffordshire Bullterrier

Kreuzungen dieser Rassen untereinander oder mit anderen Rassen

Bis zum Erhalt des Negativzeugnisses als gefährlich gelten:

  • Bullmastiff
  • Bullterrier,
  • Dogo Argentino,
  • Dogue de Bordeaux,
  • Fila Brasileiro,
  • Mastiff
  • Mastin Espaniol,
  • Mastin Napoletano,
  • Kangal,
  • Kaukasischer Owtscharka,
  • Tosa Inu

Kreuzungen untereinander und mit anderen Rassen

Bremen


In Bremen ist das Halten von gefährlichen Hunden verboten. Ausnahmen werden nur nach bestandener Wesensprüfung erteilt, bzw. mit Auflagen oder auf Widerruf genehmigt. Wird die Halteerlaubnis beschränkt, so ist der Hund auf Kosten des Halters zu kastrieren oder sterilisieren und der Ortspolizei dies nachzuweisen. Wird die Haltung eines gefährlichen Hundes verboten, lässt die Ortspolizei den Hund von einem Tierarzt zu Lasten des Halters kastrieren oder sterilisieren. Dieses Verbot kann befristet oder unbefristet angeordnet werden. Der Halter eines als gefährlich eingestuften Hundes ist verpflichtet, diesen bei der Ortspolizei registrieren zu lassen. Der Halter muss durch ein polizeiliches Führungszeugnis über einen Zeitraum von mindestens fünf Jahren seine rechtliche Unbescholtenheit nachweisen. Es gilt grundsätzlich ab der Vollendung des 6 Lebensmonats des Hundes Leinen – und Maulkorbzwang in der Öffentlichkeit ( ausserhalb des eigenen Besitzes, z.B. Hausflur).

Hunde bis zu 15 Monaten, die sich in einer Ausbildung zur Begleithundeprüfung befinden, nachweislich das 8. Lebensjahr vollendet haben ohne auffällig geworden zu sein oder wegen ihres vom Tierarzt bestätigten Gesundheitszustand nicht auffällig werden können, sind von den Auflagen der Hundeverordnung in Bremen befreit. Durch den Nachweis einer bestandenen Begleithundeprüfung ( die Regeln dieser Prüfung legt der Senator für Inneres, Kultur und Sport per Verwaltungsvorschrift fest ) oder eines Wesentests ( der Senator für Arbeit, Frauen, Gesundheit, Jugend und Soziales bestimmt den Tierarzt oder die Stelle, die die Prüfung oder den Test vornimmt und kann bei Bedarf die ordnungsgemässe Ausführung des Tests vor Ort überprüfen ) ist eine Ausnahme von der Maulkorbpflicht nach Erteilung der Halteerlaubnis möglich. Der Halter erhält eine Bescheinigung der Ortspolizei, die er in der Öffentlichkeit mit zu führen und auf Verlangen vorzuzeigen hat. Der Handel oder die Zucht von als gefährlich eingestuften Hunden sowie eine Ausbildung zur Steigerung der Aggressivität und Gefährlichkeit gegenüber Menschen oder Tieren ist verboten. Der Halter muss den Hund auf seine Kosten von einem Tierarzt durch einen implantierten Mikrochip unverwechselbar kennzeichnen und eine Hundehaftpflicht für das Tier abschliessen. Gefährliche Hunde sind artgerecht und ausbruchsicher unterzubringen. Deutliche Warnhinweise „Vorsicht bissiger Hund“ sind an jedem Zugang des Privatbesitzes anzubringen.

Unbeaufsichtigte Tiere können von der Polizei eingefangen und kostenpflichtig in Verwahrung genommen werden. Name und Adresse des Halters sind am Halsband zu befestigen. Für Hunde, die in anderen Ländern gehalten werden dürfen und sich nicht länger als zwei Monate ( danach tritt Meldepflicht ein ) in Bremen aufhalten, gelten diese Regeln nicht. Eine unentgeldliche Weitergabe registrierter Hunde an fremde Personen ist durch die Ortspolizei genehmigungspflichtig, aber erlaubt unter der Voraussetzung, das die fremde Person ihre Zuverlässigkeit nachweisen kann. Zu diesem Zweck ist der Halter verpflichtet, den Namen und die Adresse des künftigen Halters des Hundes bei der Ortspolizei für die Überprüfung zu melden. Bei auftretenden Bedenken seitens der Behörde ist diese berechtigt, ein amts – oder fachärztliches Gutachten zu verlangen.

Als gefährliche Hunde eingestuft sind in Bremen:

  • Pit Bull Terrier
  • Bullterrier
  • American Staffordshire Terrier
  • Staffordshire Bullterrier

Kreuzungen untereinander oder mit anderen Rassen
Hunde, die Menschen oder Tiere gefährdend angesprungen oder gebissen haben, die Wild oder andere Tiere hetzen oder reissen und Hunde, deren Zucht oder Ausbildung eine über das normale Mass hinausgehende Angriffslust oder Gefährlichkeit gefördert hat

Brandenburg


Die Erlaubnis zum Halten, Ausbilden oder Abrichten gefährlicher Hunde erteilt in Brandenburg die örtliche Ordnungsbehörde in Zusammenarbeit mit dem zuständigen Veterinär – und Lebensmittelüberwachungsamt. Der Halter eines Hundes mit einer Widerristhöhe von mindestens 40cm oder einem Gewicht von mindestens 20kg ist verpflichtet, den Ordnungsbehörden unverzüglich die Hundehaltung anzuzeigen, die Identität des Tieres durch Angabe der Rasse, Gewicht, Grösse, Alter, Farbe und Chipnummer zu belegen und den Nachweis der Zuverlässigkeit zu erbringen. Der für die Erlaubnis erforderliche Nachweis, das der Hund keine gesteigerte Angriffslust oder Kampfbereitschaft zum Nachteil von Mensch oder Tier hat, kann erst nach Vollendung des ersten Lebensjahres des Hundes erbracht werden, für jüngere Hunde ist eine befristete Erlaubnis ohne Nachweis der Kastration oder des besonderen Interesses des Halters möglich.

Gefährliche Hunde müssen in einer ausbruchsicheren Einfriedung untergebracht sein, in der alle Zu – und Ausgänge durch deutlich sichtbare Warnschilder mit der Aufschrift „Vorsicht gefährlicher Hund“ oder „Vorsicht bissiger Hund“ gekennzeichnet sind. In Mehrfamilienhäusern dürfen diese Hunde nicht gehalten werden, ausser es wird sicher gestellt, das weder Menschen, Tiere oder Sachen gefährdet sind und der Halter eine Genehmigung unter Berücksichtigung der Hundeverordnung durch die Behörden erhält. Gefährliche Hunde dürfen nur an einer maximal 2 Meter langen, reissfesten Leine und mit Maulkorb in der Öffentlichkeit geführt werden. Grundsätzlich wird eine Genehmigung zum Halten eines gefährlichen Hundes nur erteilt, wenn der Antragsteller das 18. Lebensjahr vollendet hat und die erforderliche Sachkunde ( Sachkundeprüfung bei der Ordnungsbehörde, Ausbildung zum Diensthundeführer ) und Zuverlässigkeit ( Führungszeugnis ) nachweisen kann. Ein gefährlicher Hund darf nicht gleichzeitig mit einem oder mehreren anderen Hunden geführt werden. Alle zwei Jahre muss die Zuverlässigkeit und die erforderliche Sachkunde erneut nachgewiesen werden. Der Halter muss eine artgerechte und ausbruchsichere Unterbringung gewährleisten und ein berechtigtes Interesse ( z. B. Bewachung von gefährdetem Besitz ) belegen. Vor Erteilung der Erlaubnis muss der Hund kastriert oder sterilisiert werden und mit einem dauerhaften Microchip – Transponder ( Injektionskanüle, die dem Tier implantiert wird , ) gemäss ISO – Standard gekennzeichnet sein. Gefährliche Hunde müssen eine rote Plakette gut sichtbar am Halsband tragen, Hunde mit einem Negativzeugnis erhalten eine grüne Plakette.

Sowohl die Erlaubnis zum Halten eines gefährlichen Hundes als auch das Negativzeugnis sind von den Haltern stets mit zu führen und auf Verlangen vorzuzeigen. Nur Personen, die die Einhaltung der Hundeverordnung gewährleisten können, dürfen vom Halter mit der Betreuung des Hundes beauftragt werden. Die Erlaubnis zum Halten eines gefährlichen Hundes kann befristet, mit Auflagen versehen, unter Vorbehalt des Widerrufs erteilt, jederzeit geändert, ergänzt oder zurückgenommen werden. Bei Verkauf des Hundes oder Umzug ist der Halter verpflichtet, den neuen Halter des Hundes bei der Ordnungsbehörde namentlich zu nennen, die Halteerlaubnis erlischt und muss vom neuen Eigentümer des Hundes erneut beantragt werden. Bei Umzug hat eine behördliche Abmeldung mit Angabe des neuen Wohnortes zu erfolgen.

Auf Grund rassespezifischer Merkmale gelten als gefährliche Hunde:

  • American Pitbull Terrier
  • American Staffordshire Terrier
  • Bullterrier
  • Staffordshire Bullterrier
  • Tosa Inu

Kreuzungen untereinander oder mit anderen Rassen

Bis zur Erteilung eines Negativzeugnisses gelten als gefährliche Hunde:

  • Alano
  • Bullmastiff
  • Cane Corso
  • Dobermann
  • Dogo Argentino
  • Dogue de Bordeaux
  • Fila Brasileiro
  • Mastiff
  • Mastin Español
  • Mastino Napoletano
  • Perro de Presa Canario
  • Perro de Presa Mallorquin
  • Rottweiler

Kreuzungen untereinander oder mit anderen Rassen

Berlin


In Berlin muss jeder Halter eines durch die Hundeverordnung als gefährlich eingestuften Hundes unverzüglich unter Nachweis seiner Personalien der zuständigen Behörde die Haltung, Rasse und Alter des Hundes melden und sich diese Meldung bescheinigen lassen. Bis zur Erteilung der Halteerlaubnis ist diese Meldebescheinigung stets mit zu führen und auf Verlangen vorzuweisen. Die Zucht und das Abrichten von gefährlichen Hunden ist verboten. Ein Führungszeugnis ( zum Nachweis der Zuverlässigkeit des Halters und rechtlichen Unbescholtenheit in den vergangenen 5 Jahren ), einen Sachkundenachweis und ein Gutachten über die Gefährlichkeit und Angriffslust des Tieres sind innerhalb von acht Wochen bei der Behörde vorzulegen, um eine Genehmigung in Form einer grünen Plakette zum Halten des Hundes zu erhalten. Diese Plakette ist am Halsband des Hundes zu befestigen, sobald er in die Öffentlichkeit geführt wird. Kommt es zu Verletzungen von Menschen oder Tieren durch einen solchen Hund, sind die Behörden berechtigt, dieses Tier sicher zu stellen oder die Tötung anzuordnen.

Der Halter ist verpflichtet, ausserhalb seines Besitzes ( z. B. Treppenhaus in Mietshaus, Aufzügen, öffentliche Verkehrsmittel, Wald und öffentliche Grünanlagen, Volksfeste ) seinen Hund an einer sicheren Leine mit maximal 2 Metern Länge zu führen, dem Tier einen Maulkorb anzulegen und den Hund nicht unbeaufsichtigt zu lassen. Das Halsband des Hundes muss den Namen und die Anschrift des Halters tragen. Kinderspielplätze, Liegewiesen und öffentliche Badeanstalten oder Badestellen sind für gefährliche Hunde verboten.

Folgende Hunde sowie deren Kreuzungen oder Kreuzungen mit anderen Rassen gelten als gefährliche Hunde aufgrund rassespezifischer Merkmale:

  • Pit-Bull
  • American Staffordshire Terrier
  • Staffordshire Bullterrier
  • Bullterrier
  • Tosa Inu
  • Bullmastiff
  • Dogo Argentino
  • Dogue de Bordeaux
  • Fila Brasileiro
  • Mastin Espanol
  • Mastino Napoletano
  • Mastiff

Als gefährlich im Sinne der Hundeverordnung sind auch solche Hunde zu beurteilen, die :
mehrmals Menschen in gefahrdrohender Weise angesprungen haben,
mehrmals Wild, Vieh oder andere Tiere gehetzt oder gerissen haben,
sich als bissig erwiesen haben auf Angriffslust oder Kampfbereitschaft gezüchtet oder trainiert wurden.

Bayern


Um in Bayern einen „Kampfhund“ zu halten bedarf es der Genehmigung durch die Wohnsitzgemeinde, die jedoch nur in Ausnahmefällen und bei Nachweis eines besonderen Interesses ( Personen – oder Sachschutz ) erteilt wird. Die Zucht oder Einfuhr dieser Tiere ist verboten. Bayern unterstellt bestimmten Rassen generell und unwiderlegbar eine gesteigerte Aggressivität und Gefährlichkeit ( Kampfhunde ), für andere Rassen ( widerlegbare Gefährlichkeit ) ist durch ein Gutachten eines Sachverständigen ein so genanntes Negativzeugnis und damit eine Genehmigung zum Halten oder Züchten dieser Hunde möglich.

Kampfhunde mit unwiderlegbarer Gefährlichkeit

  • Pit Bull
  • Bandog
  • American Staffordshire Terrier
  • Staffordshire Bullterrier
  • Tosa-Inu.

Kreuzungen untereinander oder mit anderen Rassen

Folgende Hunde gelten bis zum behördlichen Nachweis widerlegbar als gefährlich:

  • Alano
  • American Bulldog
  • Bullmastiff
  • Bullterrier
  • Cane Corso
  • Dog Argentino
  • Dogue de Bordeaux
  • Fila Brasileiro
  • Mastiff
  • Mastin Espanol
  • Mastino Napoletano
  • Perro de Presa Canario ( Dogo Canario )
  • Perro de Presa Mallorquin
  • Rottweiler

Kreuzungen untereinander oder mit anderen Rassen

Baden-Württemberg


In Baden – Württemberg besteht eine Erlaubnispflicht für das Halten von Kampfhunden, die die Ortspolizei bei Erfüllung der Auflagen der Hundeverordnung erteilt. Der Halter muss ein berechtigtes Interesse sowie eine entsprechende Sachkunde und Zuverlässigkeit im Umgang mit seinem Tier nachweisen. Der Hund muss eine lesbare Kennzeichnung ( Tätowierung, Chip, Name und Adresse des Halters am Halsband ) zur Identifizierung von Tier und Halter tragen und darf neben seinem Besitzer nur von namentlich genannten Personen mit der entsprechenden Sachkunde und Zuverlässigkeit ausserhalb des Besitzes ( Haus, Garten, Wohnung ) geführt werden.

Die Erlaubnis kann mit Auflagen oder auf Widerruf erteilt und jederzeit ergänzt oder entzogen werden. Der Nachweis einer Hundehaftpflichtversicherung ist Voraussetzung zur Erteilung der Halteerlaubnis, die durch eine polizeiliche Bescheinigung nachgewiesen wird. Der Halter ist verpflichtet, einen mehr als sechs Monate alten Kampfhund an der Leine zu führen und ihm einen das Beissen verhindernden Maulkorb während des Ausgangs anzulegen. Die polizeiliche Bescheinigung ist jederzeit mit zu führen und auf Verlangen vorzulegen. Bei Umzug oder Verlust des Hundes ist die örtliche Polizei umgehend zu informieren. Kampfhunde sind dauerhaft unfruchtbar zu machen, da Zucht und Kreuzung zur Vermehrung verboten sind. Der Nachweis darüber ist der Polizei bei Antragstellung zur Haltung eines solchen Hundes vorzulegen. Die Haltung und Ausbildung von Hunden mit gesteigerter Aggressivität und Gefährlichkeit gegen Menschen und Tiere wird nur bei Hunden zur Wach – und Schutzzwecken vom Landrats – oder Bürgermeisteramt bewilligt.

Kampfhunde im Sinne der Hundeverordnung in Baden-Württemberg:

  • American Staffordshire Terrier
  • Bullterrier
  • Pit Bull Terrier

Kreuzungen untereinander oder mit anderen Rassen

Potentiell gefährliche Hunde

  • Bullmastiff
  • Staffordshire Terrier
  • Dogo Argentino
  • Bordeaux Dogge
  • Fila Brasileiro
  • Mastin Espano
  • Mastino Napoletano
  • Mastiff
  • Tosa Inu.

Kreuzungen untereinander oder mit anderen Rassen