Hessen


Die Haltung gefährlicher Hunde in Hessen unterliegt der behördlichen Genehmigungspflicht durch den Bürgermeister. Der antragstellende Halter des Hundes muss das 18. Lebensjahr vollendet haben und ein besonderes Interesse ( Bewachung von Haus oder Personen ) sowie seine Zuverlässigkeit ( Führungszeugnis ) und Sachkunde nachweisen. Ein Sachverständiger prüft die Gefährlichkeit und Angriffslust des Tieres ( Wesenstest ) ab dem Alter von 15 Monaten, wenn das Tier nicht vorher verhaltensauffällig wurde. Bis zu diesem Alter kann eine befristete Erlaubnis erteilt werden. Der Hund muss artgerecht, aber ausbruchsicher gehalten werden, mit einem elektronischen Chip unverwechselbar gekennzeichnet sein und sterilisiert oder kastriert werden.Alle Zugänge des Besitzes müssen mit Warnschildern in Signalfarbe und der Aufschrift „Vorsicht Hund“ gekennzeichnet sein.

Ab einem Alter von 9 Monaten gilt für das Führen eines gefährlichen Hundes in der Öffentlichkeit eine das Beissen verhindernde Maulkorbpflicht sowie Leinenzwang. Die maximal 2 Meter lange Leine, das Halsband und die Halskette müssen das sichere Festhalten des Hundes ermöglichen . Es darf jeweils nur ein gefährlicher Hund an der Leine geführt werden. Die auf zwei Jahre befristete behördliche Erlaubnis ist stets mit zu führen und Personen, die nicht Halter sind, dürfen diese Hunde nur mit einer Bescheinigung ihrer Sachkunde ( Sachkundebescheinigung wird durch einen Sachverständigen erteilt, gilt nur in Verbindung mit dem im Antrag bezeichneten Hund ) betreuen. Sachkundebescheinigungen aus anderen Ländern können bei Erfüllung der Voraussetzungen der hessischen Hundeverordnung anerkannt werden. Eine in Hessen bestandene Jagdprüfung oder die Anerkennung als behördlicher Diensthundeführer gelten als Sachkundebescheinigung. Für die Erlaubnis ist der Abschluss einer Hundehaftpflicht vorgeschrieben und die fällige Hundesteuer muss entrichtet sein. Der Halter ist verpflichtet, alle zur Erteilung einer Halteerlaubnis erforderlichen Nachweise und Prüfungen zu zulassen, er hat eine Meldepflicht an die zuständige Behörde bezüglich Zucht, Kreuzung, Handel, Erwerb, Tod, Abgabe und Aufgabe der Haltung mit Namens – und Adressnennung des neuen Halters. Grundsätzlich ist der Handel, die Ausbildung zu gesteigerter Angriffslust gegenüber Menschen oder Tieren, der Erwerb und die Abgabe gefährlicher Hunde verboten, gemeinnützige Tierheime und Personen mit einer behördlichen Genehmigung dürfen diese Tiere annehmen oder an befugte Menschen abgeben. Werden die Regeln der Hundeverordnung vom Halter eines gefährlichen Hundes nicht eingehalten, ist die Behörde berechtigt, den Hund sicher zu stellen oder in Verwahrung zu nehmen. Gilt die Annahme, das von dem Hund Gefahr für die Gesundheit und das Leben von Menschen und Tieren ausgeht, ist die behördliche Anordnung der Tötung des Tieres rechtlich erlaubt. Hat der Hund einen Menschen schwer verletzt oder getötet, ist die Anordnung der Tötung zwingend.

Als unwiderlegbar gefährliche Hunde ( Kampfhunde ) gelten:

  • American Stafford Terrier
  • Staffordshire Bullterrier
  • American Pitbull Terrier
  • Pit Bull Terrier
  • American Staffordshire Terrier

Kreuzungen untereinander und mit anderen Rassen

Bis zum Nachweis ( Wesenstest ) als gefährlich gelten:

  • American Bulldog,
  • Bullmastiff,
  • Bullterrier,
  • Bordeaux Dogge
  • Dogo Argentino,
  • Fila Brasileiro,
  • Kangal (Karabash),
  • Kaukasischer Owtscharka,
  • Mastiff,
  • Mastin Espanol,
  • Mastino Napoletano
  • Tosa Inu.

Kreuzungen untereinander und mit anderen Rassen