Mecklenburg – Vorpommern


Das nicht gewerbsmässige Züchten, Halten und Führen von gefährlichen Hunden bedarf eines unverzüglich gestellten Antrags für eine Erlaubnis bei der örtlichen Ordnungsbehörde. Diese Erlaubnis kann befristet, unter Vorbehalt und auf Widerruf erteilt, sowie mit Auflagen und Bedingungen versehen, jederzeit ergänzt, verändert oder zurückgenommen werden. Die Untersagung des Züchtens, Halten und Führens eines gefährlichen Hundes durch die Behörde ist möglich, wenn der Antrag nicht fristgerecht gestellt wurde, Gefahr für Menschen oder Tiere abzuwenden ist oder die Person nicht die Voraussetzungen zur Erteilung einer Halteerlaubnis erfüllt hat. In diesem Fall ist die Behörde berechtigt anzuordnen, den Hund binnen einer angemessenen Frist an eine zum Halten eines gefährlichen Hundes berechtigte Person weiterzugeben oder das Tier tierschutzgerecht töten zu lassen.

Verstreicht die gesetzte Frist ungenutzt, kann der Hund sichergestellt oder zur Verwertung freigegeben werden. Abzüglich der entstandenen Verwaltungskosten erhält der Halter des Hundes den Erlös aus der Verwertung. Der Antragsteller muss das 18. Lebensjahr vollendet haben und die erforderliche Sachkunde mittels einer Prüfung vor der Kreisordnungsbehörde nachweisen. In dieser Prüfung sind ausreichende Kenntnisse über das Wesen und die Verhaltensweisen von Hunden, das richtige Verhalten von Mensch zu Hund als auch die wichtigsten Rechtsvorschriften im Umgang mit ihnen nachzuweisen. Diese Prüfungsbestandteile gelten für das Halten und Führen eines gefährlichen Hundes, nicht gewerbsmässige Züchter sind verpflichtet, ausserdem gefestigte, auf die jeweilige Zucht bezogene kynologische ( Rasse, Dressur, Zucht, Krankheiten ) Kenntnisse zu belegen, die in der Sachkundebescheinigung vermerkt werden. Des weiteren muss die körperliche und geistige Zuverlässigkeit des Antragstellers sowie seine rechtliche Unbescholtenheit in den vergangenen fünf Jahren nachgewiesen sein. Bei Bedenken gegen die körperliche Eignung ist die Behörde berechtigt, ein amts – oder fachärztliches Gutachten anzuordnen. Der Halter eines gefährlichen Hundes ist zum Abschluss einer Hundehaftpflichtversicherung mit ausreichender Deckung verpflichtet und muss seinen Hund mit einer tätowierten Zuchtregistrier – Nummer oder einem implantierten Mikrochip dauerhaft kennzeichnen. Ist behördlich die Gefährlichkeit eines Hundes festgestellt oder nicht mit Sicherheit widerlegt worden, kann die Behörde die Kennzeichnung des Hundes mit einem Grossbuchstaben „G“ im linken Ohr oder am linken Hinterbein anordnen. Der Inhaber einer Erlaubnis ist alle fünf Jahre erneut auf seine Zuverlässigkeit zu überprüfen, auch die Bescheinigung über das Nichtvorliegen gefahrdrohender Eigenschaften des Hundes erlischt nach spätestens fünf Jahren.

Bis zur Erteilung der Erlaubnis gilt der Antragsnachweis als vorläufige Erlaubnis. In der Öffentlichkeit muss der Halter stets seine Erlaubnis mitführen und auf Verlangen vorlegen. Das Gleiche gilt für vom Halter mit der Aufsicht des Hundes beauftragte fremde Personen. Es dürfen grundsätzlich nicht mehrere gefährliche Hunde gleichzeitig geführt werden. Bei Verlust des Hundes oder Weitergabe an einen anderen privaten Halter ist unverzüglich unter Angabe der Personendaten oder des Verlustdatums die zuständige Behörde zu informieren. Ortsfremde Halter eines gefährlichen Hundes sind von der Genehmigungspflicht ausgenommen, müssen aber bei einem Aufenthalt von mehr als drei Tagen die Ordnungsbehörde über das Mitführen ihres Hundes und die Dauer ihres Aufenthaltes informieren. Der Halter eines gefährlichen Hundes ist verpflichtet, sein Tier artgerecht, aber ausbruchsicher unterzubringen und alle Zugänge seines Besitzes mit deutlich sichtbaren Warnschilder mit der Aufschrift „Vorsicht, gefährlicher Hund“ oder „Vorsicht, bissiger Hund“ zu kennzeichnen. Ausserhalb seines Besitzes ( z. B. Hausflur im Mietshaus, Zuwege, öffentliche Verkehrsmittel ) muss der Hund an einer die ständige Kontrolle über den Hund gewährleistende, maximal 2 Meter langen Leine geführt werden und einen Maulkorb tragen. Kinderspielplätze, Badestellen und für Menschen ausgewiesene Liegeplätze dürfen nicht mit gefährlichen Hunden betreten werden.

Als gefährliche Hunde gemäss der Hundeverordnung gelten:

  • American Pitbull Terrier
  • American Staffordshire Terrier
  • Staffordshire Bullterrier
  • Bull Terrier
  • Bullmastiff
  • Dogo Argentino
  • Dogue de Bordeaux
  • Fila Brasileiro
  • Mastiff
  • Mastino Espaniol
  • Mastino Napoletano
  • Tosa Inu

Kreuzungen dieser Rassen untereinander oder mit anderen Hunden sowie Hunde, die durch Zucht, Ausbildung oder Abrichten über eine gesteigerte Angriffslust und Aggressivität zum Schaden von Menschen und Tieren verfügen, bissige Hunde, die mehrfach Menschen in gefahrdrohender Weise angesprungen oder angegriffen haben, ohne vorher provoziert worden zu sein.