Thüringen


Das Züchten gefährlicher Hunde ist verboten. Die Haltung, das Ausbilden und Abrichten bedarf einer Erlaubnis durch die zuständige Behörde ( Gemeinde, Verwaltungsamt, Veterinär – und Lebensmittelüberwachungsamt ), die mit Auflagen und Bedingungen oder bis auf Widerruf erteilt, jederzeit ergänzt oder verändert und zurückgenommen werden kann. Der Halter ist verpflichtet, unverzüglich diese Erlaubnis zu beantragen und der Behörde seine Sachkunde im Umgang mit einem gefährlichen Hund nachzuweisen. Das Landesverwaltungsamt kann bei Gleichwertigkeit Erlaubnisse aus anderen Ländern anerkennen. Versäumt der Halter diese Beantragung oder hält die dafür vorgesehene Frist nicht ein, teilt die Behörde ihm die Tatbestandsfeststellung schriftlich mit und weist auf die erforderlichen Genehmigungen ( Sachkundebestimmungen, Zuverlässigkeitsnachweis, Volljährigkeit, Bussgeldbewehrungen ) hin.

Der Halter ist aufgefordert, unverzüglich mitzuteilen, bei welchem Sachverständigen er seine Sachkundeprüfung ablegen möchte oder an welche Person er den gefährlichen Hund abzugeben beabsichtigt. Treten Bedenken gegen die Zuverlässigkeit ( rechtliche Unbescholtenheit in den vergangenen fünf Jahren, körperliche Konstitution ) des Halters auf, ist die Behörde berechtigt, ein amts – oder fachärztliches Gutachten über die körperliche und geistige Eignung anzuordnen. Gefährliche Hunde sind so zu halten, das keine Gefahr für Menschen oder Tiere entsteht. Der Hund muss artgerecht, aber ausbruchsicher untergebracht sein und alle Zugänge zu dem eingefriedeten Besitz oder Wohnung müssen mit deutlich lesbaren Warnschildern gekennzeichnet sein. In der Öffentlichkeit gilt Leinenzwang und Hunde, die sich als bissig gezeigt haben, müssen einen das Beissen verhindernden Maulkorb tragen. Ausnahmen können von Amts wegen erteilt werden, wenn eine Gefahr für die öffentliche Sicherheit nicht zu befürchten ist. Diese Ausnahmegenehmigung kann zeitlich begrenzt, jederzeit geändert oder zurückgenommen werden. Die Behörde ist berechtigt, das Halten gefährlicher Hunde generell oder unter bestimmten Umständen zu untersagen, um Gefahr für die Gesundheit und das Leben von Menschen und Tieren zu verhindern.

Als gefährliche Hunde gelten:

  • Hunde, die auf gesteigerte Angriffslust oder Kampfbereitschaft gezüchtet, ausgebildet oder abgerichtet wurden,
  • Hunde, die mehrmals Menschen in bedrohlicher Weise angesprungen haben,
  • Hunde, die sich als bissig erwiesen haben,
  • Hunde, die wiederholt unkontrolliert Wild, Vieh oder andere Tiere gehetzt oder gerissen haben