Zuchtbuchführende Verbände

Nicht durch F.C.I. ( Weltorganisation für Kynologie ) anerkannt


Charakter

Der Pit Bull Terrier ist ein sehr selbstbewusster, starker Hund mit einer robusten Gesundheit. Er gilt bis ins hohe Alter ( Lebenserwartung ca. 12 Jahre ) als verspielt und klettert gerne, was bei der Sicherung des Auslaufgrundstückes bedacht sein sollte. Da er sehr energievoll ist und über einen ausgeprägten Jagdinstinkt verfügt, sollte er genügend anspruchsvolle Beschäftigung und Auslaufmöglichkeiten haben, um seine Energie sinnvoll abzubauen. Er mag Kinder und ist ein guter Spielkamerad, wenn der Besitzer ihn von früher Jugend an entsprechend sozialisiert und positiv auf Kinder prägt. Grundsätzlich ist der Pit Bull Terrier ein sehr einnehmender Hund und reagiert auf seine Artgenossen eher ablehnend. Eine konsequente Erziehung zum Gehorsam und eine entsprechende Ausbildung sind deshalb notwendig.


Aggressives Verhalten gegenüber Menschen ist ungewöhnlich für diese Hunde, da sie als freundlich und ihrem Halter ergeben gelten. Das mag darauf zurück zu führen sein, das es den Hundebesitzern bei den Hundekämpfen zu jedem Zeitpunkt möglich sein musste in die Kämpfe einzugreifen, um die kämpfenden Hunde zu trennen und deshalb die Hunde unter allen Umständen gehorchen mussten. Ein gezielter Ausleseprozess bei der Zucht betraf Hunde, die aus Schmerz oder Angriffslust Menschen während eines Hundekampfes oder in anderen Situationen attackiert oder verletzt haben. Pit Bull Terrier geben selten Laut, sind auch Fremden gegenüber meist freundlich und deshalb als Wachhunde nur bedingt geeignet. Er ist wegen seiner Nervenstärke und Intelligenz in einigen Ländern als „Search & Rescue“ Hund ( Such – und Rettungshund ) geschätzt und auch als Arbeitshunde sind sie z. B. in Amerika sehr beliebt und werden in den unterschiedlichsten Aufgabenbereichen ( Familienhunde, Wachhunde auf den Farmen, Viehhüter ) eingesetzt.




Erscheinungsbild

Pit Bull Terrier sind mit einer Rückenhöhe von 46 bis 56 cm mittelgrosse Hunde mit einem athletischem und kräftigen Körperbau. Ausgewachsene Rüden wiegen zwischen 16 und 27 kg, Hündinnen zwischen 14 und 23 kg. Das Verhältnis von Grösse und Gewicht sollte proportional zueinander passen. Das Fell des Pit Bull Terrier ist kurz, glänzend, glatt, bei Berührung etwas steif und kann folgende Farben ( ausser Merle ) haben:

  • Gelbfalbe mit Maske,
  • Beige
  • Rot mit weissen Abzeichen
  • Schwarzbraun
  • Schokoladenbraun
  • Weiss mit schwarzer Nase
  • Schwarz

Pit Bull Terrier haben einen flachen, manchmal leicht gerundeten Schädel und einen relativ grossen Kopf, der von vorne betrachtet eine breite, stumpfe Keilform zeigt. Schädel und Schnauze sind seitlich betrachtet parallel zueinander und durch einen mässig tiefen Halt verbunden. Der Schädel ist tief und breit zwischen den Ohren, die hoch angesetzt, kupiert oder naturbelassen sind. Unkupiert sollten die Ohren halbstehend ( Rosenohren ) sein. Die faltenlosen Backenmuskeln treten hervor, der Fang ist breit und tief, wobei die auf der Oberlinie gerade Schnauze kürzer ist als der Schädel. Der Unterkiefer ist kräftig und die Lippen sind sauber und straff. Der Pit Bull Terrier verfügt über eine gleichmässige, weisse Zahnreihe im Scherenbiss. Die grosse Nase kann jede Farbe haben und zeigt weit geöffnete Nasenlöcher. Die Augen sind mittelgross, rund bis mandelförmig und können jede Farbe ausser Blau haben, da diese Farbe als Zuchtfehler gilt. Sie liegen niedrig am Schädel und stehen weit genug auseinander. Das Weisse im Auge sollte nicht sichtbar sein. Bei Konzentration des Hundes zeigen sich Falten auf der Stirn, die zu dem für den Pit Bull Terrier typischen Ausdruck führen. Der muskulöse Hals wird zu den flachen Schultern hin breiter, die Schulterblätter sind breit, nach hinten gelegen und etwa gleich lang wie der Oberarm. Die Vorderbeine sind mässig voneinander entfernt, kräftig und senkrecht zum Boden, wobei die Ellbogen eng an den Körper gesetzt sind. Die geraden, kräftigen Fesseln sind kurz, flexibel und fast aufrecht. Die starke Hinterhand ist nicht besonders breit, aber muskulös und das vom Becken zum Schritt leicht abfallende Hinterteil ist beidseitig der Rute gut gefüllt.


Die muskulösen Schenkel sind gut entwickelt. Hinterhand und Vorderhand sind proportional im Gleichgewicht. Seitlich gesehen sind das Sprunggelenk und die hinteren Fesseln geneigt und rechtwinklig zum Boden, von hinten betrachtet stehen sie gerade und parallel zueinander. Die Brust ist gut gefüllt und sollte nicht breiter als tief sein. Der standhafte, kräftige Rücken flacht in der oberen Linie nach unten zu einem geraden, muskulösen und breiten Rücken ab, die Rippen sind gut sichtbar. Die Lende ist enger als der Rippenkorb, kurz, muskulös und an der nach unten geneigten Kruppe gebogen. Die Rute ist nicht besonders lang und sollte nicht über das Sprunggelenk hinausreichen. Als natürliche Verlängerung der Rückenlinie läuft sie am Ende spitz zu, wird in Bewegung eben mit der Rückenlinie, in entspannter Haltung niedrig und bei Erregung des Hundes in aufrechter, herausfordernder Position getragen, sollte aber niemals gerollt über dem Rücken liegen. Die runden Pfoten sind proportional zur Grösse des Hundes gut gewölbt und straff. Die gut gepolsterten Ballen sind hart und zäh. Der Pit Bull Terrier bewegt sich selbstbewusst und hat einen kräftigen, aufeinander abgestimmten Trab mit guter Reichweite vorn und kräftigen Trieb hinten. Er läuft mit gerader Rückenlinie, die Beine drehen weder nach innen noch nach aussen und die Pfoten kreuzen sich nicht. Je höher die Laufgeschwindigkeit, desto mehr laufen die Pfoten zum Mittelpunkt des Gleichgewichts.




Abstammung des Pit Bull Terriers

Die Rasse der Pit Bull Terrier ist auf eine Kreuzung von Englischer Bulldogge und Terrier zurück zu führen, die in England für Hundekämpfe gezüchtet wurden. Diese Kämpfe fanden in der Pit ( englische Bezeichnung für Arena ) statt. Ziel dieser Kämpfe war es, den stärksten und tapfersten Hund heraus zu finden. Die Kreuzung der beiden unterschiedlichen Rassen führte zu einem Hund, der Schnelligkeit und Beweglichkeit ( Terrier ) mit Ausdauer und Tapferkeit ( Bulldogge ) vereinte. Die wichtigste Eigenschaft ist „Gameness“, d.h. die Bereitschaft, eine Sache selbst unter Schmerzen zu Ende zu bringen.


Nach dem die Hundekämpfe im Jahre 1835 in England verboten wurden, entwickelt sich auch in Amerika ein grosses Interesse an diesen Pit – Hunden ( Kampfhunde ), was 1898 zur Gründung des United Kennel Clubs führte. Dieser Verein in Michigan hatte es sich zur Aufgabe gemacht, den Pit Bull Terrier zu fördern. Er legte verbindliche Wettkampfregeln für die Hundekämpfe fest, die für alle Mitglieder des United Kennel Clubs galten. Einige Züchter hatten kein Interesse an diesen Veranstaltungen und wollten aus ihren Hunden lieber „Ausstellungshunde“ statt „Kampfhunde“ machen. Sie beantragten eine Anerkennung der Rasse ihrer Hunde beim „American Kennel Club“. 1936 erkannte der AKC den Rassestandard des „Staffordshire Terrier“ als Ausstellungs – und Gebrauchshund in deutlicher Abgrenzung zum kämpfenden „Pit Bull Terrier“ an und es kam zu einer Spaltung der Rasse in „ Pit Bull Terrier“ und „ Staffordshire Terrier“, da der American Kennel Club keine Hundekämpfe tolerierte. 1974 wurden die Namen in „American Staffordshire Terrier“ und „American Pit Bull Terrier“ geändert. Die American Dog Breeders Association (ADBA ) betreut die Zucht des American Pit Bull Terrier und veranstaltet Hundeausstellungen und Gewichtziehwettbewerbe. Als Rasse wird der „American Pit Bull Terrier“ jedoch weder im Gesamtverband der FCI ( Federation Cynologique International ) noch in einem anderen Rassehundezuchtverband anerkannt.